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Graduate Shōnishin Acupuncturist | Diploma of Basic Studies

Shōnishin (jap. shōni – Kind; shin – Nadel) ist eine in Japan anerkannte Kinderbehandlungsmethode, die der Prophylaxe und der Gesunderhaltung dient, aber auch zur Behandlung von Störungen und Erkrankungen angewendet wird. Anders als in der Akupunktur wird in dieser der Kinderakupunktur zugeordneten Behandlungsmethode mit unterschiedlichen Instrumenten gearbeitet.

Das in unserer Ausbildung verwendete Instrument ähnelt einem stumpfen Nagel, mit dem sämtliche Behandlungstechniken wie Streich-, Druck-, Vibrations- und Klopftechniken durchgeführt werden. Dadurch lassen sich bestimmte Körperareale, Reflexzonen, Meridianabschnitte und Akupunkturpunkte auf der Körperoberfläche sanft stimulieren. Die Behandlung ist non-invasiv, angstfrei und wird von Kindern als sehr angenehm empfunden – auch oft als „Streichelbehandlung“ benannt.

In Japan gilt als die bekannteste Shōnishin Schule die in Osaka ansässige Daishi Hari Schule, vertreten in dritter Generation durch Tanioka-sensei. Auf der Basis dieser Schule wurde Shōnishin bei aceki weiter entwickelt und seitdem in dieser veränderten Form weltweit unterrichtet.

Diese Weiterentwicklung bezieht sich auf Kenntnisse einer altersgemäßen Entwicklung aus west-östlicher Sicht ebenso wie auf neurophysiologische Grundlagen. Letztere dienen als Basis für Behandlungstechniken, wodurch ein Zugriff auf unterschiedliche Körpersysteme wie vegetatives Nervensystem, Hormonsystem, Sinnessysteme, Lymphsystem und Meridiansystem ermöglicht wird. Im Fokus der Behandlung stehen Meridiansystem und vegetatives Nervensystem, da gerade diesen beiden Systemen in der Kinderbehandlung besondere Bedeutung zukommt. Als noch nicht ausgereifte Systeme werden sie für die Mehrheit aller Probleme im Säuglings- und Kindesalter verantwortlich gemacht und treten als sog. Regulations- bzw. Anpassungsstörung in Erscheinung.

Eine weitere Neuerung erfuhr Shōnishin durch die Einbindung der motorischen, sensorischen, emotionalen und energetischen Entwicklung in das diagnostische Konzept. Dadurch können kindliche Entwicklungsschritte aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und kindliche Reaktionen und Interaktionen zwischen Kind und Bezugsperson zur Diagnosefindung einbezogen werden. Die darauf aufbauenden Behandlungsstrategien eröffnen einen umfangreichen und ganzheitlichen Zugang zum Menschen jeglichen Alters und erweitern das Behandlungsspektrum auch auf Erwachsene – hier ganz besonders auf Senioren. Durch diese dem heutigen Wissensstand angepasste Form wurden neue Standards und eine hohe Professionalität in der Behandlung mit Shōnishin geschaffen. Als Behandlungsmethode wurde Shōnishin damit zum Bestandteil der integrativen Medizin.

Lernziele

Den Teilnehmer*innen werden grundlegende Kenntnisse zu frühkindlichen Entwicklungsstadien aus westlicher & östlicher Sichtweise sowie zu den kognitiven Fortschritten von Babys vermittelt. Neben der Erstellung von Befunden und Behandlungsplänen, der Vermittlung diagnostischer Verfahren und das Einüben von Grundtechniken in der Behandlung von Babys, Kleinkindern und Kindern steht auch die Gesprächsführung bzw. Kontaktaufnahme mit Eltern/Kind im Vordergrund.

Zulassung

Der Lehrgang richtet sich an Ärzt*innen, Heilpraktiker*innen, Hebammen, Physio- & Ergotherapeut*innen, die über einer meridianbasierte Grundausbildung verfügen (z.B. Tuina, APM) sowie Akupunkteur*innen und Shiatsu-Praktiker*innen.

Inhalte

Modul GSA1 – Shōnishin 1: Geschichte & Stellenwert der Kinderakupunktur und von Shōnishin | altersgemäße kindliche Entwicklung aus westlicher und östlicher Sicht | Meridianentwicklung (3 Meridian-Familien) | diagnostische Verfahren | Basistechniken und Grundbehandlung aller Altersstufen | Durchführung der Behandlung | Handling

Modul GSA2 – Shōnishin 2:  Erweiterte Behandlungstechniken und deren Wirkweise | Meridianentwicklung II (6 Keiraku, 5 Wandlungsphasen) | Diagnostische Verfahren II | ausgewählte Diagnosen (Enuresis, KiSS-Syndrom etc.) | Wissenstransfer: Berücksichtigung frühkindlicher Themen in der Erwachsenenbehandlung und entsprechende Behandlungsstrategie

Modul GSA3 – Shōnishin – Erweiterte Arbeitsfelder: Shōnishin im Alter | praktische Anwendungen zum Hausgebrauch (Behandlungs-programme durch die Eltern) | Picktechnik | Narbenbehandlung | Praxis mit Kindern (und Erwachsenen) | Supervision

Lehr-, Lern-, und Prüfungsformen

Präsenzveranstaltungen: Seminare, Kolloquium | Online-Tutorial | Fallbeispielpräsentationen | Seminararbeit

Aufwand

10 Credits ECTS; 65 Kontaktstunden, 245 Stunden Eigenarbeit und Selbststudium; 300 Gesamtstunden

Zertifizierungsgebühr

EUR 375,00

Weitere Informationen finden Sie auf der Website unseres Kooperationspartners: Shōnishin-Ausbildung beim aceki e.V.

Anmeldung zur universitären Zertifizierung Diploma of Basic Studies Graduate Shōnishin Acupuncturist